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Klare Kommunikation: So vermeidest du Missverständnisse

Aktualisiert: vor 2 Tagen


klare Kommunikation

Stell dir vor, es gäbe keine Missverständnisse. Was du sagst, kommt bei deinem Gesprächspartner genau so an, wie du es meinst. Und zwar nicht nur der sachliche Inhalt, sondern auch deine Emotionen, Absichten und Appelle – alles, was zwischen den Zeilen transportiert wird. Wäre das gut?


Spontan kommt jetzt vielleicht ein „na klar“. Aber bist du dir wirklich sicher?


Manchmal wollen wir gar nicht klar kommunizieren. Vielleicht, weil in uns diese Klarheit gar nicht ist. Oder weil wir uns ein Hintertürchen offenhalten wollen. Doch darum soll es hier nicht gehen.


Du möchtest also, dass verstanden wird, was du meinst?


Dann findest du hier 8 Tipps, wie du klar kommunizierst und Missverständnisse vermeidest.

 

8 Tipps, um Missverständnisse zu vermeiden



1. Bereite Gespräche gut vor


Überlege dir, was du mit dem Gespräch erreichen willst.


Was soll danach anders sein als vorher?


Willst du informieren, eine Meinung einholen, eine Entscheidung treffen oder eine Aufgabe delegieren? Was soll beim Gegenüber ankommen? Welche Emotionen möchtest du auslösen?

 

Ich bereite Gespräche – vor allem Kritikgespräche – gerne mit PAUL vor. Und das funktioniert so:

 

Problem: Was ist das Problem?

Auswirkungen: Wie wirkt sich das Problem aus?

Ursachen: Welche Ursachen könnten der Grund für das Problem sein?

Lösungsmöglichkeiten: Welche Ideen habe ich zur Lösung des Problems?

 

Wichtig: Bleib im Gespräch offen für neue Perspektiven und frage nach den Ideen deines Gesprächspartners.

 

Außerdem überlege ich mir vor Gesprächen

-       In welcher Situation ist mein Gesprächspartner?

-       Aus welcher Welt bzw. welchem Umfeld kommt er?

-       Welches Vorwissen kann ich erwarten? 

-       Welche Befürchtungen, Einwände und Widerstände sind zu erwarten?


 

2. Schaffe ein gutes Gesprächsklima und vermeide Störungen


Auch die Rahmenbedingungen müssen passen: Wähle einen geeigneten Raum aus und plane ausreichend Zeit ein. Es kann auch sinnvoll sein, Zahlen, Daten und Moderationsmaterial vorzubereiten.


Eine Einladung mit Agenda hilft deinem Gesprächspartner, sich vorzubereiten. Immer wieder höre ich, dass Führungskräfte auf den „Überraschungseffekt“ setzen. Wer klar, fair und wertschätzend kommuniziert, verzichtet darauf.


Gib deinem Gegenüber die Möglichkeit, gut anzukommen. Ein kurzer Small Talk kann helfen. Biete ggf. ein Getränk an. Führe zum Thema hin: So kurz wie möglich, so ausführlich wie nötig.


Vermeide Störungen und Unterbrechungen. Sei wirklich präsent.


Mitarbeiter berichten immer wieder, dass sie einen Termin bei ihrem Chef haben und dieser noch anderweitig beschäftigt ist und meint, „Erzähl doch schon mal!“


Wenn du selbst oder dein Gesprächspartner nicht bei der Sache seid, entstehen schnell Missverständnisse.


Was hilft:

-       eine Einladung mit Agenda

-       ein ruhiger, ungestörter Ort

-       ein positiver Gesprächseinstieg

 

 

3. Stelle Fragen und höre aktiv zu


Welche Ideen hat dein Gesprächspartner? Was weiß er bereits?

Beteilige ihn, wo es sinnvoll ist.


Höre nicht nur auf Worte, sondern auch auf Tonfall und Körpersprache. Wenn das Gesagte und das Verhalten nicht zusammenpassen, frag nach.

Sprich offen an, was du wahrnimmst. Genau dort entstehen oft die wichtigen Klärungen.


 4. Erkläre anschaulich und nutze Bilder


Vermeide Schachtelsätze und komplizierte Begriffe.

Sprich kurz, klar und bildhaft.

Zahlen werden verständlicher durch Vergleiche: 75.000 Mitarbeitende sind so viele Menschen wie in einer ganzen Stadt.

Oder: Vergleiche mit Fußballfeldern helfen bei Flächen.

Je konkreter du wirst, desto leichter wirst du verstanden.


5. Nutze Stimme und Körpersprache bewusst


Du kennst sicher Menschen, die monoton sprechen – und bei denen du innerlich aussteigst.


Mach es besser:

  • Variiere Lautstärke, Tonhöhe und Tempo

  • Mach bewusst Pausen

  • Nutze deine Gestik zur Unterstützung


6. Vermeide Mehrdeutigkeit


Viele Missverständnisse entstehen, weil wir nicht eindeutig kommunizieren.

Worte und Körpersprache passen nicht zusammen. Oder wir wollen uns nicht festlegen.


Achte darauf, dass deine Botschaft klar ist – und denke mögliche Interpretationen mit.


Hilfreich bleibt: nachfragen.


Ein gutes Modell dafür ist das Kommunikationsquadrat von Schulz von Thun.


Jede Nachricht enthält:

  • Sachinformation

  • Appell

  • Beziehungshinweis

  • Selbstoffenbarung



Ein Beispiel aus dem Leben:


Zwei Kolleginnen stehen in der Küche. Marie ist neu, sie hat erst vor wenigen Wochen in der Personalentwicklung angefangen.


Ihre Kollegin sagt zu ihr: „Denk daran, morgen bist du an der Reihe, für die Trainer Kaffee zu kochen.“


Welche Botschaften könnte die Nachricht beinhalten?


-       eine Sachinformation: „Denke daran, Kaffee zu kochen.“

 

-       einen Appell: „Bitte koche Kaffee!“

 

-       einen Beziehungshinweis: „Ich meine es gut mit dir.“, oder „Ich halte dich für unzuverlässig.“

 

-       eine Selbstoffenbarung: „Mir ist es wichtig, dass die Trainer morgen Kaffee bekommen.“

 

Du siehst schon, du müsstest eigentlich Gedanken lesen können. Gerade der Beziehungshinweis birgt viel Konfliktpotenzial, weil es hier immer darum geht, wie ich zum anderen stehe und was ich von ihm halte.


Beseitige Unklarheiten und Unstimmigkeiten frühzeitig, indem du auf die Reaktion deines Gesprächspartners achtest und im Zweifelsfall nachfragst.



7. Mach klare Ansagen


Ich liebe das Wort „eigentlich“. Das ist ein sogenannter Weichmacher. Damit relativiere ich meine Aussagen. „Eigentlich bin ich glücklich.“ Da stellt sich doch gleich die Frage: „Warum nur eigentlich?“


Wörter wie „eigentlich“, „vielleicht“ oder „eventuell“ schwächen deine Aussage.

Statt: „Könntest du das eventuell bis morgen schaffen?“

Besser: „Ich brauche das Ergebnis morgen um 12 Uhr. Klappt das?“

Klarheit schafft Verbindlichkeit.


8. Fasse Ergebnisse zusammen


Noch besser: Lass deinen Gesprächspartner zusammenfassen. Fragen dazu:


„Was machst du bis zu unserem nächsten Treffen?“

„Auf was kommt es bei dieser Aufgabe an?“


Klar musst du aufpassen, dass es sich nicht nach Schulmeister anhört. Du kannst z. B. mit „Nur zur Sicherheit …“ die Frage einleiten. 


Du wirst erstaunt sein, wie viele Details untergegangen sind. Macht nichts. Du kannst diese ja wiederholen, wenn du merkst, dass da noch etwas Wichtiges fehlt.


Am Ende eines Gesprächs sollte klar sein: Wer macht was bis wann.

Auch eine kurze schriftliche Fixierung kann helfen.


Meine wichtigste Botschaft für klare Kommunikation:


Das Leben wird leichter, wenn du klar kommunizierst.

Aber egal, wie sehr du dich bemühst: Geh nie davon aus, dass dein Gegenüber exakt das versteht, was du meinst.

Dreh lieber eine Schleife mehr und frag nach.


Und geh in Konflikten zuerst davon aus, dass es ein Missverständnis sein könnte – bevor du eine Beziehung belastest oder die Situation eskaliert.


Wenn du mit deiner Kommunikation mehr erreichen willst, Sicherheit gewinnen und in Gesprächen überzeugen möchtest,


dann schau dir unser Training an:

„Stimm- und Argumentationstraining“, das ich zusammen mit der Stimmtrainerin und Schauspielerin Michelle Kapitány anbiete.



 
 
 

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©2021 Birgit Grünbaum

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